Hessische Leistungsübung
Hessische Feuerwehrleistungsübung und Erwerb des Feuerwehrleistungsabzeichens

Bei der Durchführung der Hessischen Leistungsübung steht die Festigung der bereits erworbenen Kenntnisse in Praxis und Theorie im Vordergrund. Nicht der Wettkampf nach Sekunden und Punkten sondern die fachliche Kunde in Theorie und der Umgang mit feuerwehrtechnischem Gerät entscheiden über die Platzierungen. Da die Übung von einer Löschgruppe durchgeführt wird, ist Teamgeist und Kameradschaft von entscheidender Bedeutung.
Bei der Teilnahme auf Kreisebene kann zudem das hessische Feuerwehrleistungsabzeichen erworben werden (Bedingungen siehe unter Rubrik „Abzeichen“).
Die Übung wird seit 1980 in dieser Form durchgeführt. Von der Mannschaft sind zwei Aufgaben zu bewältigen:
1. Alle 9 Gruppenmitglieder müssen jeweils 15 Fragen über feuerwehrtechnisches Fachwissen schriftlich beantworten. Um hierbei bestehen zu können, müssen sich die Teilnehmer gründlich mit der Theorie von Feuerwehrwesen und Einsatztaktik beschäftigen. Für die Bewertung wird die Anzahl der falsch beantworteten Fragen der Gruppe addiert und mit 5 Strafpunkten pro Fehler berechnet. Um zu bestehen dürfen maximal 4 Fragen falsch beantwortet werden.

2. Praktischer Übungsteil nach der Feuerwehrdienstvorschrift 4 (Die Gruppe im Löscheinsatz). Die Tätigkeiten der einzelnen Gruppenmitglieder werden am Wettkampftag ausgelost, was von den Teilnehmern eine große Flexibilität erfordert.
Der Übungsablauf wird für jedes Jahr unterschiedlich von der Hessischen Landesfeuerwehrschule vorgegeben. Dabei kommt ein Löschangriff in drei unterschiedlichen Formen in Frage:
- Übung 1: Vornahme von drei C- Rohren
- Übung 2: Vornahme von 1B- und 2 C- Rohren
- Übung 3: Vornahme von 1Schwerschaumstrahlrohr und 2 C- Rohren
Weiterhin kommen zwei unterschiedliche Möglichkeiten bei der Löschwasserversorgung in Betracht:
- Wasserentnahme aus einem Unterflurhydrant
- Wasserentnahme aus offenem Gewässer
Die Zubringleitung von der Pumpe zum Verteiler hat eine Länge von 40m. Dabei sind allerdings noch Hindernisse wie ein 4 m langer Schwebebalken sowie ein 3 m langer Kriechgang (Innenhöhe 1m) zu überwinden.
Um vom Verteiler aus an die „Brandstelle“ zu gelangen sind weitere Hindernisse zu überwinden:
- ein Holzgerüst, welches mit zwei zweiteiligen Steckleiterteilen zu übersteigen ist
- eine 1 m hohe Hürde, wobei die Schlauchleitung unten hindurch verlegt wird und der Trupp über die Hürde steigen muss
- ein symbolisches Bahngleis, wobei die Schlauchleitung wiederum unten hindurch verlegt wird.
Die drei eingesetzten Trupps müssen von der Strahlrohrlinie aus jeweils 2 „Fallklappen“ umspritzen, was wiederum Erledigung der gestellten Aufgabe symbolisiert.

Nachdem die letzte „Fallklappe“ gefallen ist, gibt der Gruppenführer Kommando zum sofortigen Rückzug. Dies bedeutet, dass alle Trupps über die genannten Hindernisse zum Fahrzeug zurückeilen und dort Aufstellung nehmen. Nach Überprüfung der Vollzähligkeit müssen dann noch vier Gruppenmitglieder bestimmte Knoten bzw. Stiche an einem Gestell ausgeführen. Nach erneuter Aufstellung sind alle Aufgaben erfüllt und die Stoppuhren werden angehalten.
Für die verschiedenen Übungen gibt es unterschiedliche Zeitvorgaben. Werden diese überschritten, gibt es pro Sekunde einen Strafpunkt.
Während der Übung wird von vier Schiedsrichtern unter kritischer Beobachtung auf den korrekten Übungsablauf nach der Ausschreibung geachtet. Stellen sie Abweichungen fest, vergeben sie auch hier Strafpunkte.
